Landesbeschreibung

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Armenien ist ein unabhängiger Staat im Südkaukasus, der im Norden an Georgien, im Osten an Aserbaidschan, im Süden an den Iran und im Westen an die Türkei grenzt. Wie Aserbaidschan und Georgien hat es 1991 seine Unabhängigkeit erklärt. Das armenische Streben nach Uabhängigkeit ging einher mit einer irredentistischen Sezessionsbewegung der Armenier Bergkarabachs – einer umstrittenen Region in Aserbaidschan mit armenischer Bevölkerungsmehrheit. Aufgrund des hohen Grades der Mobilisierung, einschließlich der armenischen Diaspora in westlichen Staaten, sowie durch beträchtliche militärische Unterstützung durch Moskau, gelang es Armenien, die Region Bergkarabach unter Kontrolle zu bringen. Zwei Jahrzehnte nach dem Waffenstillstandsabkommen mit Aserbaidschan erscheint dieser Erfolg durch die enormen Kosten jedoch fragwürdig.

Das Land befindet sich in einer Situation der Dauerblockade durch zwei von vier seiner Nachbarn: Aserbaidschan und die Türkei. Mit Aserbaidschan befindet es sich im Wettrüsten, und es ist außerdem permanent der Gefahr ausgesetzt, seine Ressourcen zu verlieren – nicht nur finanziell: seit seiner Unabhängigkeitserklärung 1991 verliert das Land ständig an Einwohnern. Außenpolitisch gesehen ist Armenien vollständig abhängig von russischen Sicherheitsgarantien, von seiner Mitgliedschaft in der von Moskau dominierten “Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit” (OVKS, engl. CSTO), und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU, engl. EEU). Armenien ist das einzige Land im südlichen Kaukasus mit russischen Militärbasen. Bestrebungen, die Besetzung Bergkarabachs international zu legitimieren, sind gescheitert.

Armeniens weit zurückreichende Geschichte und sein reiches kulturelles Erbe spielen eine wichtige Rolle im internationalen Ansehen des Landes. Dennoch konnten diese Besonderheiten durch das Land nicht vollständig genutzt werden, was in erster Linie mit seinem politischen System zu tun hat: es handelt sich um eine Mischung aus post-sowjetischer Oligarchie mit Elementen einer “Mediendemokratie”. Die Exklusivität des oligarchischen Regimes wirkt sich auch negativ auf die Beziehungen zur armenischen Diaspora im Westen aus, deren Vertreter mehr Investitions- und Geschäftsfreiheiten fordern. Die jüngeren Verfassungsreformen, die zum Ziel haben, das Regierungssystem des Landes von einer präsidentiellen in eine parlamentarische Republik umzuwandeln, dauern an. Angesichts der enormen Abhängigkeit von Moskau und der sehr beschränkten Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Westen ist es eher fragwürdig, ob durch die Reformen ein nennenswerter Durchbruch in den Beziehungen zur Europäischen Union beschieden sein wird.

 

Eckdaten

 

Offizieler Name: Republik Armenien

Regierungssystem: Übergang von präsidentieller zur parlamentarischen Republik

Bevölkerung: 2,9 Millionen (Schätzungen von 2017)

Hauptstadt: Jerewan

Fläche: 29,800 Quadratkilometer

Offizielle Landessprache: Armenisch

Religion: Armenische Apostolische Kirche

 
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