Armenien gegen Beitritt Aserbaidschans zur OVKS
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Armenien gegen Beitritt Aserbaidschans zur OVKS

Sollte Aserbaidschan versuchen, der Organisation des Vertrags über Kollektive Sicherheit (OVKS) oder der Eurasischen Wirtschaftsunion beizutreten, werde Armenien sein Veto einlegen, erklärte die Pressesprecherin des armenischen Außenministeriums, Anna Nagdaljan am 28. August. „Es gibt zwar solche Diskussionen in Expertenkreisen, aber sie basieren auf Vermutungen“, fügte die Pressesprecherin hinzu. Alle Entscheidungen innerhalb der OVKS und der EAWU würden von den Mitgliedern dieser Organisationen einstimmig getroffen. „Wir haben unsere Position zu dieser Frage dargelegt, und sie ist eindeutig. Die Position Armeniens wurde vom armenischen Außenminister Mnatsakanjan deutlich erläutert“, sagte Nagdaljan.

In den aserbaidschanischen Medien wird eine kontroverse Diskussion darüber geführt, ob sich das Land der russischen Militärallianz anschließen sollte. Laut dem aserbaidschanischen Militärexperten, Tarlan Ejwasow, sei es noch zu früh, über den Beitritt Aserbaidschans in die russische Militärallianz oder in die Eurasischen Wirtschaftsunion zu sprechen. Er erinnerte daran, dass Gespräche über einen möglichen Beitritt Aserbaidschans in die OVKS schon seit langem geführt würden. Aber erst nachdem der Konflikt um Bergkarabach auf der Grundlage des Völkerrechts gelöst worden ist, könne diese Option in Betracht gezogen werden, so Ejwasow. Die kremlnahen Experten hätten wiederholt erwähnt, dass fünf Gebiete um Bergkarabach an Aserbaidschan zurückgegeben werden könnten, allerdings nur unter Voraussetzung der Stationierung von russischen Friedenstruppen in der Konfliktzone, ähnlich wie es einst in Abchasien und Südossetien der Fall war. Aserbaidschan, in dem es im Gegensatz zu Armenien kein ausländisches Militärkontingent gibt, sei mit solchen Plänen nicht einverstanden.

Der stellvertretende Direktor des russischen „Instituts für politische und militärische Analyse“, Alexander Chramtschichin, sagte in einem Interview für die Nachrichtenseite Media.az, dass Aserbaidschan einen Beobachterstatus in der OVKS erhalten könnte, allerdings keine Mitgliedschaft. Es sei unklar, wie Baku von der Mitgliedschaft in der OVKS profitieren könnte. Der Experte vertritt die Meinung, dass dieser Schritt eine rein politische Bedeutung für Aserbaidschan hätte, wodurch sich Baku einige politische Vorteile verschaffen könnte. Chramtschichin betonte, dass eine OVKS-Mitgliedschaft Aserbaidschan aus militärischer Sicht kaum helfen würde.

Zuvor überraschte der Abgeordnete der regierenden Partei „Neues Aserbaidschan“, Ali Huseynli, die aserbaidschanische Öffentlichkeit, indem er sich in einem Interview für die Nachrichtenseite „Haqqin.az“ positiv über eine mögliche Mitgliedschaft Aserbaidschans in der Organisation des Vertrags über Kollektive Sicherheit (OVKS) äußerte. Laut Huseynli, der den Rechtsausschuss im Parlament leitet, wäre es jetzt „zweckgemäß“, über den Beitritt Aserbaidschans in diese Militärallianz nachzudenken. Unter den aktuellen geopolitischen Umständen solle Aserbaidschan, das in den letzten Jahren zu einem wichtigen Importeur von russischen Waffen geworden ist, den Beitritt in die Organisation in Erwägung ziehen. Der vollständige Artikel zu diesem Thema ist auf der Website Caucasus Watch abrufbar.

 

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