Russland verlegt seine Kaspische Flottille nach Dagestan

Russland verlegt seine Kaspische Flottille nach Dagestan

Die kaspische Flottille, eine der ältesten Komponenten der russischen Kriegsmarine, soll von Astrachan am Nordufer des Kaspischen Meeres in die dagestanische Stadt Kaspijsk überführt werden, wie die russische Nachrichtenseite RBC berichtet. Demnach soll der russische Verteidigungsminister Sergej Schojgu mitgeteilt haben, dass dort eine große Baustelle für das Ausrüstungskai, die Anlegestellen, Bedienungspunkte und Unterkünfte entstehen werde. Die Zahl der Offiziere und Militärangehörigen werde um ein Mehrfaches erhöht.

Die erste Etappe der Errichtung des neuen Marinestützpunkts werde voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein. Der Berater des Leiters des russischen Generalstabs, Admiral Igor Kasatonov, betonte, dass diese Entscheidung mit der ungünstigen geographischen Lage der derzeitigen Stationierung der Flottille zusammenhänge: „Astrachan ist 100 km vom kaspischen Meer entfernt – was für ein Marinestützpunkt ist es denn, wenn der Weg durch die Wolga sechs Stunden dauert? Außerdem friert der Fluss im Winter ein und versandet im Sommer. Die Ausfahrt kann dadurch sogar ganz geschlossen bleiben“, kommentierte der Admiral für RBC. In sowjetischer Zeit war die kaspische Flottille in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku stationiert. Laut Admiral Kasatonov ist die kaspische Flottille für Russland sowohl politisch als auch geostrategisch wichtig: „Obwohl das Kaspische Meer ein geschlossenes Meer ist, ermöglicht es unsere Präsenz dort, strategische Aufgaben in Konflikten wie dem syrischen wahrzunehmen. Während der syrischen Kampagne haben die russischen Militärs mehrfach mit Raketen des Typs „Kalibr“ aus dem Aquatorium des Kaspischen Meers auf Objekte der Terrormilizen „Islamischer Staat“ geschossen“.

Laut dem Verteidigungsminister Schojgu stelle die Überführung der Flottille einen „wichtigen Bestandteil der regionalen Sicherheit“ dar. Der ehemalige Chef der russischen Schwarzmeerflotte, Wiktor Krawtschenko, erklärte, dass dieser Schritt Russland ermöglichen werde, „eine gewaltige Faust“ im Kaspischen Meer zu ballen: „Die gesamten Kräfte werden an einem Ort konzentriert, und die Flottille wird nicht von Wetterbedingungen abhängen“, so der Admiral. Auch der russische Militärexperte Michail Chodarenok vertritt die Meinung, dass die Entscheidung des russischen Verteidigungsministeriums auf die klimatischen Bedingungen zurückzuführen sei: „Nach dem Zerfall der UdSSR wurde die Flottille an einen Ort (Astrachan) überführt, der darauf gar nicht vorbereitet war. Man hat dabei nicht berücksichtigt, dass das Flussdelta im Winter zufriert. Die Schiffe der kaspischen Flottille sind relativ klein und von keiner verstärkten Klasse. Bei starkem Frost werden sie den Stützpunkt womöglich nicht verlassen können“, so der Experte. Auch der Chefredakteur des militärischen Fachmagazins „Arsenal Otetschestwa“, Wiktor Murachowskij, stimmt zu, dass sich das südlicher gelegene Dagestan viel besser als Stationierungsort der kaspischen Flottille als Astrachan eigne.

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