Georgische Tragödie

Georgische Tragödie

Die COVID-19-Pandemie hat Georgien stark betroffen. Noch vor einem Jahr galt die Kaukasusrepublik als Musterland bei der effektiven Bekämpfung der Infektion. Georgische Erfolgsgeschichte wurde in den Medien, darunter auf „Caucasus Watch“, breit präsentiert. Doch seither hat sich die Lage vehement verschlechtert. Zurzeit sterben in Georgien an COVID-19 ca. 40-50 Menschen täglich, was für ein Land mit einer offizieller Bevölkerungszahl von 3,7 Mio. eine katastrophale Zahl ist. „Proportional gesehen ist das, was wir heute haben, fünfmal schlimmer als das, was in Indien passiert ist”, sagte Paata Imnadze, der stellvertretende Leiter des Nationalen Zentrums für Seuchenkontrolle (NCDC).

Die hoch ansteckende Delta-Variante macht jetzt über 80 Prozent der COVID-19-Fälle in Georgien aus. Dabei liegt der Anteil der vollständig geimpften Bevölkerung bei nur 6,4%. Die Impfbereitschaft der Bevölkerung gilt nach wie vor als sehr gering.  Wie der georgische Premierminister Irakli Garibaschwili am 16. August anordnete, werden die georgischen Streitkräfte in den Impfprozess einbezogen, um die Ausbreitung des Coronavirus wirksam zu bekämpfen. Militärärzte und mobile Gruppen werden sich an der Impfung in Georgien beteiligen. 

Um die Situation unter Kontrolle zu bringen führte die georgische Regierung seit dem 14. August strikte Einschränkungen ein. So wird der öffentliche Nahverkehr (in allen größeren Städten) zwischen dem 14. August und dem 4. September nicht in Betrieb sein. Der Intercity-Verkehr wird regulär funktionieren. Die Regierung verspricht, sie werde einen regelmäßigen Transport der Menschen (in Tiflis, Batumi, Kutaisi und Rustavi) zu den wichtigsten Krankenhäusern oder Kliniken gewährleisten, damit der Impfprozess reibungslos fortgeführt werden kann. In den nächsten drei Wochen werden im Land keine Festivals, Sportveranstaltungen oder andere Großveranstaltungen stattfinden (ausgenommen internationale Sportereignisse). Die Kinderunterrbringungsstätten bleiben geschlossen. Lebensmitteleinrichtungen werden bis 23:00 Uhr arbeiten. Öffentlichen und privaten Einrichtungen wurde empfohlen, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, von zu Hause zu arbeiten, wenn dies möglich ist.

Die neue Welle der COVID-19-Infektionen in Georgien dürfte unter anderem mit dem großen Zufluss von Touristen aus Russland und der Türkei in diesem Sommer zusammenhängen. Alleine im Juli stieg die Zahl der internationalen Besuche in Georgien um 403,7%. Insgesamt wurde im Juli 230.900 internationale Besuche im Land durchgeführt, was die höchste Rate während der Pandemiezeit darstellt.

Die drei wichtigsten Länder, aus denen im Juli Besuche durchgeführt wurden, waren: Türkei - 35.000 Besuche (+91,3%), Russland - 25.100 Besuche (+497,9%) und die  Ukraine - 24.500 Besuche (+1.932%).

 

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