Nikol Paschinjan trifft Putin in Moskau

Nikol Paschinjan trifft Putin in Moskau

Am 7. April besuchte der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan Moskau, wo er sich mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin traf. Laut Putin ist die Situation um Bergkarabach das aktuellste und dringendste Problem auf der regionalen Agenda. Außerdem sprach der russische Präsident über die Notwendigkeit, regionale Infrastrukturverbindungen im Einklang mit der trilateralen Erklärung vom 9. November 2020, die von Armenien, Aserbaidschan und Russland unterzeichnet wurde und dem armenisch-aserbaidschanischen Krieg ein Ende setzte, zu öffnen. Die neuen Transportrouten bedeuten neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung Armeniens, so Putin. 

Der armenische Ministerpräsident sprach seinerseits über die Fragen der militärischen Zusammenarbeit zwischen Armenien und Russland, vor allem die Tätigkeit der gemeinsamen armenisch-russischen Armeegruppe sowie der armenisch-russischen Luftabwehr. Darüber hinaus sprach Paschinjan das Problem der armenischen Gefangenen in Aserbaidschan an. Diese betrachtet Eriwan als Kriegsgefangene und fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung auf Grundlage der trilateralen Erklärung vom 9. November 2020, die einen umfassenden Gefangenenaustausch vorsah. Baku besteht darauf, dass Aserbaidschan bereits alle Kriegsgefangenen an Eriwan übergeben habe. Bei den Soldaten, deren Freilassung Eriwan fordert, handele es sich um eine Gruppe von Saboteuren, die im Dezember, also einen Monat nach der Unterzeichnung der Waffenruhe, von Armenien aus in aserbaidschanisches Staatsgebiet eingedrungen sei und mehrere aserbaidschanische Soldaten und Zivilisten getötet habe. Die Differenzen zwischen Aserbaidschan und Armenien in dieser Frage sind nach wie vor nicht überwunden und Paschinjan steht innenpolitisch unter Druck, weil seine Kritiker ihm vorwerfen, das Problem nicht lösen zu können. 

Ein weiteres Thema, das von Paschinjan angesprochen wurde, war die Lieferung des russischen Covid-19-Impfstoffs Sputnik V an Armenien. Die Kaukasus-Republik braucht laut Paschinjan ca. eine Million Dosen. Wladimir Putin machte deutlich, dass Russland dieser Bitte nachgehen werde. Auch der Bau von einem neuen Atomkraftwerk in Armenien durch Russland soll beim Treffen besprochen worden sein.

6231 Mal angesehen

ARTICLES IN ENGLISH»



MEISTGELESEN



AKTUELLES



OPINION



Call for Contributors: Caucasus Watch is looking for experts, journalists and fact-checking specialists!

“Caucasus Watch” is seeking local specialists from Georgia, Armenia, Azerbaijan and the North Caucasus region, to assist our research endeavours and help enrich our content.

“Caucasus Watch” is an independent platform, which provides coverage of recent developments in various locations of the Caucasus region for the German and overall European stakeholders. We are an international team of Caucasus enthusiasts and are currently looking for local contributors who focus on social, economic, political and security dynamics of the said region.

The platform offers: I) a flexible format of cooperation, as well as competitive remuneration; II) access to English and German speaking readership in the wider European region; III) an opportunity to join the network of regional specialists through the initiatives and events to be organized by the Caucasus Watch and partner institutions.

Interested individuals are asked to provide a CV and a cover letter along with an abstract or a writing sample (in English or German), to the following address: redaktion@caucasuswatch.de.

Additional questions can be directed to Igor Dostalik through: i.dostalik@caucasuswatch.de.