Baku reagiert auf russische Medienspekulationen über ausländische Militärpräsenz
Bildquelle: mod.gov.az

Baku reagiert auf russische Medienspekulationen über ausländische Militärpräsenz

Am 2. September antwortete das aserbaidschanische Verteidigungsministerium auf einen Artikel in der russischen Zeitung „Nezavisimaya Gazeta“ mit der Feststellung, dass es im Land keine ausländische Militärbasis gibt.

„Die Professionalität und Kampferfahrung des Personals der aserbaidschanischen Armee, die militärische Ausrüstung und die Bewaffnung reichen aus, um jede Kampfmission in kurzer Zeit zu erfüllen, um unsere armenisch besetzten Gebiete zu befreien und die territoriale Integrität unseres Landes wiederherzustellen,” wurde im Statement betont. Der Artikel in der russischen Zeitung sei spekulativ und beabsichtigt diffamierend. Es heißt auch, dass der Autor des Artikels Vladimir Mukhin keine verlässliche Quelle angegeben und keine soliden Fakten geliefert habe.

Darüber hinaus wies das Ministerium darauf hin, dass Eriwan günstige Bedingungen für die Eskalation des Konflikts schaffen und mehr Konfliktparteien einbeziehen möchte. Die „Nezavisimaya Gazeta“ solle sich stattdessen auf die Schaffung einer landesweiten Miliz in Armenien konzentrieren (Caucasus Watch berichtete). Laut Baku wird Armenien nach Inkrafttreten des Gesetzes die Rekrutierung seiner Armee mit Söldnern aus den Krisenherden des Nahen Ostens, insbesondere aus Syrien und dem Libanon, unter dem Deckmantel des freiwilligen Dienstes legalisieren.

In seinem am 1. September veröffentlichten Artikel schrieb Mukhin unter Berufung auf „eine Reihe von Telegram-Kanälen“, die nicht namentlich genannt wurden, dass etwa 500 syrische Militante nach Aserbaidschan entsandt worden seien. Es handele sich dabei hauptsächlich um Turkmenen aus den bewaffneten Einheiten der Gruppe Sultan Murad, der Freien Syrischen Armee und Khamzat. Diese Gruppen gingen angeblich, um sich auf ein Blitzkriegsszenario gegen Armenien vorzubereiten. Er schrieb, dass in Baku eine Protestaktion stattfand, bei der die Teilnehmer die Türkei aufforderten, „Aserbaidschan vor Armeniern und Russen zu retten”. Die Demonstranten forderten angeblich die aserbaidschanischen Behörden auf, eine türkische Militärbasis zu errichten und sich für die Kämpfe im Juli an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze zu rächen. 

Mukhin zitierte ferner den Orientalisten Igor Dimitriev und seine Behauptungen, dass die Türkei bereits eine Militärbasis in Aserbaidschan geschaffen habe und dass Ankara nach den Übungen im August (Caucasus Watch berichtete) einen Teil ihres Militärs in Aserbaidschan zurückgelassen habe, darunter F-16-Flugzeuge mit Personal in Ergänzung der türkischen Drohnen-Division. Zu seinen weiteren Quellen gehörte die Aussage des türkischen Politologen Engin Ozer, der sagte, dass das türkische Militär bereits in Aserbaidschans autonomer Republik Nachitschewan präsent sei. Er zitierte auch einen Artikel in der türkischen Zeitung „Daily Sabah“, in dem behauptet wurde, dass während der aserbaidschanisch-türkischen Militärübungen, an denen der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew teilnahm, „das Thema der Schaffung einer türkischen Militärbasis in Nachitschewan und die Schaffung einer weiteren Militärsbasis auf der Abscheron-Halbinsel diskutiert wurden.“

Das armenische Außenministerium reagierte ebenfalls auf diese Veröffentlichung und erklärte, es werde untersuchen, ob solche Informationen wahr sind.

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