Affäre um Waffenlieferungen: Spannungen zwischen Baku und Belgrad 

Affäre um Waffenlieferungen: Spannungen zwischen Baku und Belgrad 

Nach den Grenzkämpfen zwischen armenischen und aserbaidschanischen Truppen, die zwischen dem 12. und 16. Juli stattfanden, werden in Baku Vorwürfe vor allem gegen Serbien, aber auch den Nachbarstaat Georgien laut. In einem Artikel unter dem Titel „Serbien sandte mithilfe von Georgien Mörser zur Bombardierung von Towus” berichtete die regierungsnahe Webseite „Haqqin.az” am 19. Juli über angebliche geheime Waffenlieferungen von Serbien nach Armenien. Dabei handelte es sich um Mörser, die gegen Aserbaidschan während der jüngsten Eskalation eingesetzt worden seien.  Die Waffen seien dabei von Russland aus über georgisches Territorium transportiert worden. 

Es ist anzumerken, dass Aserbaidschan sowohl mit Serbien als auch Georgien enge Beziehungen pflegt. Am 20. Juli wurde die serbische Botschafterin (Charge d'affaires interimere) Dani Weinowitsch ins aserbaidschanische Außenministerium bestellt. Der stellvertretende Außenminister Aserbaidschans, Halaf Halafow, teilte der serbischen Diplomatin mit, dass Aserbaidschan „zuverlässige und bestätigte” Informationen über serbische Waffenlieferungen an Armenien vorliegen würden. Solch ein „unfreundlicher Schritt” untergrabe die strategischen Beziehungen zwischen Baku und Belgrad und löse in Aserbaidschan „bittere Enttäuschung” aus. Aserbaidschan erwarte eine Erklärung von Serbien sowie die Einstellung solcher Aktivitäten, erklärte Halafow. Die serbische Diplomatin betonte, dass sie über solche Informationen nicht verfüge und die Forderung an die entsprechenden Stellen in Serbien weiterleiten werde. 

Das georgische Außenminiterium hat die Publikation der Seite „Haqqin.az” bestritten und drückte sein Bedauer über den angeblich irreführenden Artikel aus, der das Ziel habe, einen Schatten auf die bilateralen Beziehungen zwischen Tiflis und Baku zu werfen. Die Vorwürfe lösten einen innenpolitischen Streit in Georgien aus, wobei Oppositionsparteien die Regierung aufforderten, eine Erklärung abzugeben. „Wir wissen, dass Russlands Politik der Destabilisierung der Region teilweise auf der Lieferung von Waffen an Armenien und Aserbaidschan beruht”, sagte Salome Samadaschwili von der United National Movement, der größten Oppositionsgruppe, berichtete Eurasianet. „Was Georgien betrifft, haben wir eine internationale Verpflichtung, den Waffentransit durch unser Gebiet nicht zuzulassen.” 

Es ist anzumerken, dass, anders als im Falle Serbiens, der georgische Botschafter in Baku bisher nicht ins Außenministerium bestellt wurde. 

Seit dem 17. Juli hat sich die angespannte Lage an der aserbaidschanisch-armenischen Staatsgrenze stabilisiert. Es kommt demnach nur vereinzelt zu Waffenstillstandsverletzungen und es wird von keinen neuen Opfern berichtet.

8946 Mal angesehen

ARTICLES IN ENGLISH»



MEISTGELESEN



AKTUELLES



OPINION



Call for Contributors: Caucasus Watch is looking for experts, journalists and fact-checking specialists!

“Caucasus Watch” is seeking local specialists from Georgia, Armenia, Azerbaijan and the North Caucasus region, to assist our research endeavours and help enrich our content.

“Caucasus Watch” is an independent platform, which provides coverage of recent developments in various locations of the Caucasus region for the German and overall European stakeholders. We are an international team of Caucasus enthusiasts and are currently looking for local contributors who focus on social, economic, political and security dynamics of the said region.

The platform offers: I) a flexible format of cooperation, as well as competitive remuneration; II) access to English and German speaking readership in the wider European region; III) an opportunity to join the network of regional specialists through the initiatives and events to be organized by the Caucasus Watch and partner institutions.

Interested individuals are asked to provide a CV and a cover letter along with an abstract or a writing sample (in English or German), to the following address: redaktion@caucasuswatch.de.

Additional questions can be directed to Igor Dostalik through: i.dostalik@caucasuswatch.de.