Aserbaidschan lockert das Quarantäneregime; Der IWF verabschiedet ein großes Hilfspaket für Georgien

Aserbaidschan lockert das Quarantäneregime; Der IWF verabschiedet ein großes Hilfspaket für Georgien

Aserbaidschan 

Am 1. Mai beschloss die aserbaidschanische Regierung, das Sonderquarantäneregime bis zum 31. Mai zu verlängern. Dabei werden jedoch auch einige Beschränkungen aufgehoben, berichtete Turan.

Die folgenden Aktivitäten wurden gestattet: 1) Aktivitäten einzelner Einzelhandelsgeschäfte; 2) Friseure, Schönheitssalons und kosmetische Dienstleistungen dürfen wiedereröffnet werden, 3) zuvor verbotene Aktivitäten von juristischen Personen und Einzelpersonen bei der Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen werden ebenfalls wieder erlaubt; 4) Restaurants, Cafés und Teehäuser dürfen wieder funktionieren (ausgenommen von Baku, Sumgait, Ganja, Lankaran und Abscheron); 5) Die Zugangsbeschränkungen zu Boulevards, Parks und Erholungsgebieten (ausgenommen von Baku, Sumgait, Gandja und Lankaran und Abscheron) wurden aufgehoben. 

Das Genehmigungssystem für das Verlassen des Hauses, einschließlich per SMS, wurde im Land mit Ausnahme von Baku, Sumgait, Ganja, Lankaran und der Region Absheron sowie in der Autonomen Republik Nachitschewan aufgehoben. Der Unterricht in allen Bildungseinrichtungen der Republik ist weiterhin bis zum 31. Mai ausgesetzt.

Darüber hinaus hat das aserbaidschanische Ministerkabinett eine Entschließung zur Regelung der gesundheitlichen Situation in Aserbaidschan während des Sonderquarantäneregimes herausgegeben. Das Dokument wurde mit dem Ziel angenommen, die Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von Covid-19 in Aserbaidschan fortzusetzen. Während des Sonderquarantäneregimes in Aserbaidschan wurden zusätzliche Hygiene-Maßnahmen für folgende Aktivitäten eingeführt: 1) Lebensmittelhandel; 2) Verpflegung; 3) Tourismus und Hotels; 4) öffentliche Verkehrsmittel; 5) Bürgerämter 6) Handel und Dienstleistungen, sowie die Büroarbeit.

Die aktuelle Zahl der Infizierten in Aserbaidschan liegt bei 1508, wobei 26 Todesfälle gemeldet wurden (Stand: 5. Mai 2020). 

Georgien

Die Reisebeschränkungen für die beiden georgischen Großstädte Batumi und Kutaisi, wurden seit 5. Mai aufgehoben. Der georgische Premierminister Giorgi Gakharia teilte mit, dass die Reisebeschränkungen in Tiflis und Rustavi weiterhin bestehen werden. Er äußerte jedoch die Hoffnung, dass auch sie in den kommenden Tagen aufgehoben werden.

Die zweite Phase der wirtschaftlichen Wiedereröffnung Georgiens beginnt ebenfalls am 5. Mai. Dazu gehört die Wiederaufnahme der Aktivitäten in den Bereichen: 1) Bau, 2) Bauüberwachung, 3) Herstellung von Baumaterialien und 4) Autoreparatur- und Autowerkstätten.

Der Vorstand des Internationalen Währungsfonds (IWF) bewilligte 200 Millionen US-Dollar für Georgien, um die Auswirkungen des Coronavirus zu bekämpfen. Der IWF sagte, dass das Finanzpaket Georgien helfen würde, „die dringende Zahlungsbilanz und den fiskalischen Bedarf zu decken“, welche sich aus der COVID-19-Pandemie ergeben, einschließlich höherer Ausgaben für Gesundheitsdienste und Sozialschutz. 

Der stellvertretende Geschäftsführer des IWF, Tao Zhang, erklärte, dass die Coronavirus-Pandemie die georgische Wirtschaft schwer getroffen habe. „Ein Rückgang der Auslandsnachfrage und des Tourismus hat das Leistungsbilanzdefizit vergrößert, zu einer Abwertung des Wechselkurses und einem erheblichen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit geführt. Die Behörden haben rasch gehandelt, indem sie umfassende Eindämmungsmaßnahmen eingeführt und die Haushalte und die am stärksten betroffenen Sektoren gezielt unterstützt haben“, sagte er. Zhang bemerkte auch, dass „das Haushaltsdefizit gestiegen ist und externe Finanzmittel mobilisiert wurden, um zusätzliche Ausgaben zu ermöglichen."

Im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Covid-19 auf die georgische Wirtschaft einigten sich die Wirtschaftsverbände, die verschiedene Sektoren der Hotellerie in Georgien vertraten, darauf, mit Unterstützung des USAID Economic Governance Program die Georgische Tourismusindustrie Allianz (GTIA) zu gründen. Die GTIA wird eine nationale Tourismusorganisation sein, die die Identität des georgischen Tourismus fördern  und das Ansehen des Privatsektors verbessern werde. Der Leiter der Gastronomischen Vereinigung Georgiens, Levan Qoqiaschwili, stellte fest, dass eine derart große Vereinigung von Vereinen im Land beispiellos sei. Ihre gemeinsamen Anstrengungen zielen darauf ab, einen Ausweg aus der schwierigen Situation zu finden. 

Die aktuelle Zahl der Infizierten in Georgien liegt bei 604, wobei 9 Todesfälle gemeldet wurden (Stand: 5. Mai 2020).

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