Geringe mediale Aufmerksamkeit für den Kaukasus in Russland

Geringe mediale Aufmerksamkeit für den Kaukasus in Russland

Nach neuen Umfrageergebnissen des Umfrageinstituts “Levada-Zentrum” für den Zeitraum Mai bis September ist die Zahl der Menschen, die die Lage im Nordkaukasus als “ruhig” einschätzen, auf fast 50% gestiegen, so Caucasian Knot. Unmittelbar im Anschluss an die Terroranschläge von St. Petersburg, London und Stockholm verzeichnete das “Levada-Zentrum” im April eine Welle von Spekulationen über möglicherweise bevorstehende Terrorakte in Russland.

79% der Befragten bejahten die Frage, ob sie befürchteten, dass in Russland neue Terrorakte auftreten könnten (während im März 2016 diese Frage 61% der Befragten mit Ja beantwortet hatten). Bis September 2017 sank dieser Anteil auf 72%. Dem “Levada-Zentrum” zufolge ist die Zahl der Befragten, die die Lage im Norden des Kaukasus als “sicher und ruhig” beurteilen, von 41% im Mai auf 47% im September gestiegen. Unterdessen hat sich die Zahl der Befragten, die die Situation als “angespannt” einschätzten, von 37% auf 34% verringert.

Lev Gudkov, Leiter des “Levada-Zentrums”, hat festgestellt, dass umso mehr Menschen glaubten, die Lage in der Region sei ruhig, je weniger in den russischen Massenmedien darüber berichtet würde. “Die föderalen Fernsehsender haben sich der Ukraine und antiwestlicher Propaganda zugewandt, während sich alle Kampfhandlungen und Schießereien im Kaukasus außerhalb der medialen Aufmerksamkeit befinden”, sagte Lev Gudkov gegenüber dem Korrespondenten des Caucasian Knot. Die “positive” Haltung der russischen Bevölkerung gegenüber dem Nordkaukasus sei laut Lev Gudkov auch durch die Unterstützung des russischen Präsidenten Putin für Ramzan Kadyrow beeinflusst. “Der Schutz durch Wladimir Putin verschafft Ramzan Kadyrow Autorität als Wächter des Friedens im Nordkaukasus... Die Figur Ramzan Kadyrows, der seine ganze Loyalität, seinen Respekt und Eifer gegenüber Präsident Putin zum Ausdruck bringt, vermittelt der Öffentlichkeit das Gefühl, dass es im Kaukasus nichts mehr zu befürchten gebe”, sagte Lev Gudkov.

 
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