Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet über den Fall der Eigentümerschaft von Rustavi 2 TV 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet über den Fall der Eigentümerschaft von Rustavi 2 TV 

Am 18. Juli erließ der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ein Urteil über die Eigentumsstreitigkeiten beim georgischen Fernsehsender Rustavi 2. Nach dem Urteil des Gerichtshofs gab es im vorliegenden Fall keine Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Auch die Rechte von Rustavi 2 und seinen Eigentümern wurden vor den georgischen Gerichten nicht verletzt.

Das Gericht lehnte einstimmig die verbleibenden Beschwerden der Eigentümer von Rustavi 2 sowie alle Beschwerden von Rustavi 2 (dem ersten Beschwerdeführer) selbst als unzulässig ab, insbesondere die Behauptung, das Verfahren sei eine vom Staat eingeleitete Kampagne zur Unterdrückung des Fernsehsenders gewesen. Angesichts dieser Unzulässigkeitsentscheidungen hat der Gerichtshof einstimmig beschlossen, die einstweilige Anordnung gemäß Artikel 39 seiner Verfahrensordnung aufzuheben und der georgischen Regierung mitzuteilen, dass unter anderem die Vollstreckung der Entscheidung vom März 2017 ausgesetzt werden soll“, heißt es in dem offiziellen Urteil. Darüber hinaus hat der Straßburger Gerichtshof eine vorübergehende Maßnahme ausgesetzt, was bedeutet, dass der Mechanismus zur Aufhebung des Urteils des Obersten Gerichtshofs von Georgien nicht mehr besteht. Dementsprechend wird das TV-Unternehmen erneut bei der Aktionärin Kibar Khalwaschi registriert, wie dies von den Gerichten in drei Fällen in Georgien entschieden wurde. Gegen das Urteil der Großen Kammer von Straßburg kann Rustavi 2 TV Berufung einlegen.

Der rechtmäßige Eigentümer der Firma, Kibar Khalwaschi, hatte seinen Anwalt Paata Salia bereits zum neuen Generaldirektor von Rustavi 2 ernannt, der den derzeitigen Generaldirektor der TV-Firma, Nika Gawramia, ersetzen wird. Khalwaschi erklärte auch, dass er nicht vorhabe, Gawramia beim Fernsehsender zu behalten. „Ich werde die Redaktionsrichtlinie von Rustavi 2 nicht ändern. Die Änderungen gelten nur für eine Person - Nika Gawramia, der von dem Regime, das mir meine Firma weggenommen hat, für diesen Posten ernannt wurde. Gawramia wird seine Tätigkeit bei Rustavi 2 weder als Journalist noch als Generaldirektor fortsetzen können“, sagte er.

Gawramia erklärte, der Grund für eine solche Entscheidung sei eine unangemessene Auslegung des Falls gewesen, was seine Unzufriedenheit mit dem Urteil zum Ausdruck brachte. „Es wäre unfair von mir, nicht zu bemerken, dass die gegebene Entscheidung sicherlich schockierend und absolut unvorstellbar für mich war“, sagte er. Er erklärte auch, dass er nicht beabsichtige, seine Position vor Abschluss aller relevanten Verfahren der Eigentumsübertragung zu verlassen.


 

10291 Mal angesehen

ARTICLES IN ENGLISH»



MEISTGELESEN



AKTUELLES



OPINION



Call for Contributors: Caucasus Watch is looking for experts, journalists and fact-checking specialists!

“Caucasus Watch” is seeking local specialists from Georgia, Armenia, Azerbaijan and the North Caucasus region, to assist our research endeavours and help enrich our content.

“Caucasus Watch” is an independent platform, which provides coverage of recent developments in various locations of the Caucasus region for the German and overall European stakeholders. We are an international team of Caucasus enthusiasts and are currently looking for local contributors who focus on social, economic, political and security dynamics of the said region.

The platform offers: I) a flexible format of cooperation, as well as competitive remuneration; II) access to English and German speaking readership in the wider European region; III) an opportunity to join the network of regional specialists through the initiatives and events to be organized by the Caucasus Watch and partner institutions.

Interested individuals are asked to provide a CV and a cover letter along with an abstract or a writing sample (in English or German), to the following address: redaktion@caucasuswatch.de.

Additional questions can be directed to Igor Dostalik through: i.dostalik@caucasuswatch.de.