Aserbaidschan und ausländische Partner beschließen neues Milliardenprojekt

Aserbaidschan und ausländische Partner beschließen neues Milliardenprojekt

Der Lenkungsausschuss des Konsortiums „Azeri-Chirag-Gunashli“ (ACG) unterzeichnete am 19. April das Projekt „Zentral-Ost Azeri“, welches die nächste Entwicklungsstufe eines riesigen Blocks des ACG im aserbaidschanischen Sektor des kaspischen Meeres sein soll, berichtet TREND unter Berufung auf British Petrolium (BP).

Der Pressemeldung zufolge umfasst das neue Projekt im Wert von 6 Mrd. USD die Errichtung einer neuen Offshore-Plattform und die Installation der entsprechenden Ausrüstung. Aller Voraussicht nach sollen durch diese Plattform bis zu 100.000 Barrel Öl pro Tag verarbeitet werden. Die erste Ölförderung soll im Jahr 2023 erfolgen. Die Gesamtproduktion aus diesem Projekt wird auf 300 Millionen Barrel geschätzt.

Das etwa 100 km östlich von Baku gelegene Ölfeld „Azeri-Chirag-Gunashli“ (ACG) ist das größte Ölfeld im aserbaidschanischen Sektor des Kaspischen Beckens. Am 20. September 1994 unterzeichneten SOCAR und das Konsortium ausländischer Ölgesellschaften ein Abkommen (Production Sharing Agreement/PSA) über die gemeinsame Entwicklung des Ölfelds ACG.

Im Herbst 2017 haben Aserbaidschan und das Konsortium die im Jahr 1994 abgeschlossene Vereinbarung zur Entwicklung der Ölfelder bis zum Jahr 2050 verlängert. Die Vertragspartner rechnen für die nächsten 32 Jahre mit einer Ölförderung von etwa 500 Millionen Tonnen und mit Investitionen in Höhe von mehr als 40 Milliarden US-Dollar. Bis Ende 2017 wurden 43 Milliarden US-Dollar investiert. In den ersten drei Quartalen 2018 wurden weitere 1,2 Milliarden US-Dollar in die Erschließung der ACG-Lagerstätten investiert. Die Ölförderung betrug im Zeitraum zwischen 1994 und 2017 rund 440 Millionen Tonnen. Für 2019 rechnet das Konsortium AIOC mit einer Ölförderung von 30,9 Millionen Tonnen und einer Gasförderung von 29,7 Milliarden Kubikmetern.

Die Vertragsparteien des wirtschaftlich wichtigsten aserbaidschanischen PSA sind die staatliche Ölgesellschaft SOCAR (Aserbaidschan, staatlicher Anteil am Konsortium: 25,0 %) und die ausländischen Unternehmen BP (Großbritannien: 30,37 %), Chevron und Exxon Mobil (beide USA: 9,57 und 6,79 %), Inpex und Itochu (beide Japan: 9,31 und 3,65 %), Equinor (Norwegen: 7,27 %), TP (Türkei: 5,73 %) und ONGC Videsh (Indien: 2,31 %). Konsortialführer und Leiter des Projekts ist das Mineralölunternehmen BP. Die nachgewiesenen Öl- und Gasreserven des ACG-Blocks betragen etwa 1,2 Milliarden Tonnen Rohöl und 350 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Den statistischen Angaben von SOCAR zufolge beliefen sich die Einnahmen des aserbaidschanischen Ölkonzerns aus dem ACG-Bereich von 2001 bis Anfang 2018 auf 129,137 Milliarden US-Dollar.

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